Arthrose beim Hund: Warum Bewegung wichtig ist – und wie sie richtig gelingt
von belmedia Redaktion elterntipps.ch Gesundheit Haustiere Hunde hundenews.ch katzennews.ch nachrichtenticker.ch tierwelt.news
Arthrose gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen bei Hunden. Viele Tierhalter bemerken zunächst nur kleine Veränderungen im Alltag. Der Hund steht langsamer auf, läuft nicht mehr so gern weite Strecken oder zögert plötzlich vor Treppen und Sprüngen. Hinter solchen Veränderungen können schmerzhafte Gelenkprobleme stecken. Kontrollierte Bewegung hilft vielen betroffenen Hunden dabei, beweglich zu bleiben und den Alltag besser zu bewältigen.
Wissenswertes und Tipps zum Thema Arthrose beim Hund präsentieren wir in Kooperation mit der Kynofit AG.
Was bei Arthrose passiert
Arthrose entwickelt sich meist schleichend. Der schützende Gelenkknorpel nutzt sich mit der Zeit ab, Bewegungen werden unangenehm oder schmerzhaft. Auch Knochen, Gelenkkapseln und umliegende Strukturen können betroffen sein.
Viele Hunde verändern deshalb unbewusst ihr Verhalten. Sie entlasten schmerzende Bereiche oder vermeiden bestimmte Bewegungen ganz. Dadurch werden andere Gelenke stärker beansprucht und die Muskulatur baut sich langsam ab.
Arthrose betrifft nicht nur ältere Hunde. Auch jüngere Tiere können erkranken, etwa nach Verletzungen, Operationen oder durch Fehlstellungen der Gelenke. Übergewicht und starke Belastung können Beschwerden zusätzlich verstärken.
Schmerzen werden oft spät erkannt
Hunde zeigen Schmerzen häufig sehr unauffällig. Statt sichtbar zu leiden, verändern sich meist kleine Gewohnheiten im Alltag. Der Hund bewegt sich langsamer, wirkt vorsichtiger oder zieht sich mehr zurück.
Typische Hinweise können Steifheit nach dem Aufstehen, Schwierigkeiten beim Einsteigen ins Auto oder Unsicherheit auf glatten Böden sein. Manche Hunde ermüden schneller oder laufen deutlich kürzere Strecken als früher. Auch Veränderungen im Verhalten fallen häufig auf.
Da sich Arthrose langsam entwickelt, werden solche Veränderungen oft zunächst als normale Alterserscheinung wahrgenommen. Manche Hunde gelten plötzlich einfach als „ruhiger geworden“, obwohl eigentlich Schmerzen dahinterstecken können. Umso wichtiger ist eine frühe tierärztliche Abklärung. Je früher Beschwerden erkannt werden, desto besser lässt sich der Alltag an die Bedürfnisse des Hundes anpassen.
Warum Schonung allein nicht ausreicht
Wenn Hunde Schmerzen haben, bewegen sie sich meist automatisch weniger. Viele Halter versuchen dann verständlicherweise, Belastung möglichst zu vermeiden. Kurzfristig kann das sinnvoll sein. Dauerhafte Schonung führt jedoch oft zu weiteren Problemen.
Muskeln stabilisieren die Gelenke und unterstützen den Bewegungsapparat. Werden sie kaum genutzt, baut der Körper Muskulatur ab. Dadurch verlieren die Gelenke an Halt und Bewegungen fallen zunehmend schwerer.
Auch die Beweglichkeit leidet unter fehlender Aktivität. Gelenke versteifen schneller und die Kondition nimmt ab. Viele Hunde ermüden dadurch früher und bewegen sich immer weniger.
Deshalb geht es bei Arthrose heute nicht darum, Bewegung zu vermeiden, sondern sie sinnvoll anzupassen. Regelmässige Spaziergänge, ruhige Belastung und abgestimmte Übungen helfen vielen Hunden dabei, möglichst mobil zu bleiben.
Wie Physiotherapie und Hydrotherapie unterstützen können
Physiotherapie kann Hunden mit Arthrose helfen, sich wieder sicherer und freier zu bewegen. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu erhalten und den Bewegungsapparat gezielt zu unterstützen.
Dazu gehören beispielsweise Mobilisationsübungen, Muskel- und Koordinationstraining, Massagen oder Wärmebehandlungen. Viele Hunde profitieren besonders bei chronischen Beschwerden von einer regelmässigen physiotherapeutischen Begleitung.
Eine besonders schonende Form der Bewegung ist die Hydrotherapie. Im Wasser werden Gelenke und Wirbelsäule entlastet, während die Muskulatur gleichzeitig aktiv arbeitet. Viele Hunde bewegen sich dadurch entspannter und gewinnen wieder mehr Sicherheit.
Häufig kommt dabei ein Unterwasserlaufband zum Einsatz, bei dem Wasserhöhe und Geschwindigkeit angepasst werden können. Hydrotherapie wird unter anderem bei Arthrose, Muskelabbau, Rückenproblemen oder nach Operationen eingesetzt.
Kleine Anpassungen im Alltag helfen oft spürbar
Auch der Alltag spielt bei Arthrose eine wichtige Rolle. Regelmässige, ruhige Spaziergänge sind für viele Hunde besser geeignet als starke oder ungewohnte Belastungen. Mehrere kürzere Runden über den Tag verteilt belasten den Körper oft weniger als einzelne lange Spaziergänge.
Hilfreich können ausserdem warme Liegeplätze, rutschfeste Unterlagen oder Unterstützung beim Einsteigen ins Auto sein. Auch das Gewicht sollte im Blick behalten werden, da zusätzliche Kilos die Gelenke belasten.
Viele Hunde reagieren zudem empfindlich auf kaltes oder feuchtes Wetter. Veränderungen im Verhalten oder Gangbild sollten deshalb aufmerksam beobachtet werden.
Gerade bei chronischen Gelenkproblemen lohnt es sich, den Hund im Alltag aufmerksam zu beobachten. Oft zeigen kleine Veränderungen früh, ob sich Beschwerden verschlechtern oder ob eine Bewegung zu anstrengend war. Manche Hunde schlafen nach Belastung deutlich mehr, wirken steifer oder vermeiden bestimmte Bewegungen am nächsten Tag. Auch die Tagesform spielt häufig eine Rolle. Während der Hund an manchen Tagen aktiv und beweglich wirkt, fällt ihm Bewegung an anderen deutlich schwerer.
Wichtig ist deshalb, Belastung nicht starr zu planen, sondern auf den jeweiligen Zustand des Hundes zu reagieren. Ruhige Bewegung, ausreichend Erholung und eine gute Beobachtung helfen vielen Hunden dabei, trotz Arthrose möglichst lange aktiv und mobil zu bleiben.
Wie Kynofit Hunde mit Arthrose begleitet
Die Kynofit AG hat sich auf Hydro- und Physiotherapie für Hunde spezialisiert und begleitet Tiere mit orthopädischen, neurologischen und altersbedingten Beschwerden.
Zum Angebot gehören Hydrotherapie, Training im Unterwasserlaufband, physiotherapeutische Behandlungen, Rehabilitation nach Operationen oder Verletzungen sowie Muskelaufbau- und Bewegungstraining. Auch neurologische Rehabilitation und die Betreuung von Seniorenhunden gehören dazu.
Behandelt werden unter anderem Gelenkprobleme, Rückenbeschwerden, Muskelabbau oder Bewegungseinschränkungen. Ergänzend kommen verschiedene therapeutische Techniken und abgestimmte Übungen zum Einsatz.
Neben der Rehabilitation begleitet Kynofit auch aktive Hunde und Sporthunde präventiv, um Fehlbelastungen frühzeitig zu erkennen und den Bewegungsapparat langfristig zu unterstützen.
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